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Trekking in den Highlands

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cameron_webheaderIm Nordwesten der malaysischen Halbinsel erstreckt sich die Bergkette der Cameron Highlands. Benannt wurden sie nach dem britischen Landvermesser William Cameron. Durch das verhältnismäßig kühle Klima werden die Highlands vor allem für den Obst-, Gemüse- und Teeanbau genutzt. Touristen werden hauptsächlich durch die Landschaft und die abwechslungsreichen Freizeitangebote angelockt. Morgens 9 Uhr in Tanah Rata, Cameron Highlands. Talli, der Tourguide, fährt im weinroten Range Rover, Baujahr 1984, vor. Schnell steigen die sechs »Abenteurer« ein und los geht es Richtung Blue Valley. Hier beginnt das Off-Road- Erlebnis. Talli: »Be careful with your heads and hold on tight!«

Der Geländewagen kämpft sich im Dschungel durch meterhohen, ziegelroten Schlamm, entlang an tiefen Abgründen. Nur mit Mühe kann sich Paul aus Deutschland festhalten: „Au, mein Kopf!".

Nach circa einer halben Stunde endet der Weg. Nun geht es nur noch zu Fuß weiter. Die folgenden zwei Stunden gleichen einem Hindernispfad. Es geht über umgefallene Baumstämme und Felsen hinweg, über riesige Wurzeln, bergauf und bergab. Der Franzose Ètienne hilft seiner Freundin, den fünf Meter breiten Fluss zu überqueren. Sie klammert sich an seine Hand und balanciert über die losen Steine. Die »Hobbytrekker« kämpfen sich durch das Dickicht, sie keuchen vor Erschöpfung. Grillen zirpen in gewaltiger Lautstärke, Frösche quaken, ab und zu raschelt es geheimnisvoll im Gebüsch und auf dem gesamten Weg fliegen große farbenprächtige Schmetterlinge an der Gruppe vorbei.

Ziel dieser Tour durch den malaysischen Dschungel ist die drittgrößte Blume der Welt, die Rafflesia. Dieses Exemplar hat einen Durchmesser von etwa 70 Zentimetern, allerdings kann sie auch bis zu einem Meter breit werden. Natürlich muss auch diese Attraktion bildlich festgehalten werden.

Ureinwohner in Wellblechhütten

Aber lange zum Verschnaufen bleibt den Touris nicht. Die Orang Asli, das malaysische Urvolk, wartet schon unten im Dorf. Eine Blow-Pipe-Demonstration steht auf dem Programm. Der Guide erklärt das uralte Jagdinstrument. Die Männer benutzen das zwei Meter lange verzierte Rohr mit Giftpfeilen, um Tiere zu erlegen. Alle Teilnehmer dürfen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Auch Lucy aus Sydney versucht ihr Glück und trifft wider Erwarten die Zielscheibe.

Die Einwohner des Dorfes sitzen gelangweilt auf einem Hügel und beobachten, wie sich die Weißen anstellen. Einmal am Tag kommen vier Wagen voller Touristen und laufen durch ihr Dorf. Auf beiden Seiten herrscht eine gewisse Skepsis. Die Erwartungen, mitten im Dschungel ein Eingeborenendorf mit Bambushütten, einer Feuerstelle in der Mitte und Männer in Lendenshorts und mit Kriegsbemalung vorzufinden, werden nicht erfüllt. Stattdessen gibt es sieben notdürftige Wellblechhütten, die zum Teil mit Spidermanfiguren bekritzelt sind. Auf den Wäscheleinen hängen bunte Klamotten und an den Hütten lehnen Mopeds. Der Führer steht lächelnd daneben und erklärt, dass die Orang Asli angeblich nur vom Fischen, Jagen und Ackerbau leben.

Respektlos laufen die Touristen von Hütte zu Hütte, schauen in die Räume, in denen sich das Privatleben der Einwohner abspielt und knipsen. Ohne ein Wort mit den Einwohnern gewechselt zu haben, verschwinden sie genauso schnell, wie sie auch gekommen sind.

Versunken im Märchenwald

Vorbei an endlos scheinend grünen Teeplantagen fährt der Geländewagen bergauf in Richtung Gunung Brinchang, links und rechts der Straße erstreckt sich der dichte Wald. Um einem Unfall auf der kurvenreichen Strecke vorzubeugen, hupt Talli vor jeder Kurve energisch.

Auf halber Höhe stoppt er den Wagen. In gebückter Haltung folgen ihm die Touristen in den sumpfigen Mossy Forrest. Ein paar Bretter sollen das Einsinken verhindern, aber der Boden ist so schlammig und nachgiebig, dass kein Schuh verschont bleibt. Emily verliert das Gleichgewicht, stolpert und bekommt gerade noch so einen Ast zu greifen. Doch die gewaltigen mit Moos überzogenen Bäume und die düstere Atmosphäre, die den Mossy Forrest wie einen Märchenwald wirken lassen, entschädigen dafür.

Abends um sieben kommt der dreckverschmierte Range Rover wieder in Tanah Rata an. Alle steigen erschöpft aus. Manche schleppen sich ins Zimmer, andere treffen sich an der Bar und gehen noch einmal die Fahrt durch. »Einfach fantastisch«, meint der Holländer Piet.

Marléne Görtler & Carolin Stepniewski (Text + Fotos)

Last Updated ( Wednesday, 02 December 2009 09:53 )  

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