Der 17. Oktober steht für die in Singapur lebenden Hindus ganz im Zeichen des Lichtes. Zahlreiche Lichterketten entlang der Serangoon Road und der hinduistischen Tempel erleuchten Little India während des Deepavali-Festes, dem indischen Lichterfest.
Der Begriff Deepavali aus dem Sanskrit bedeutet »eine Reihe von Lichtern« und feiert den Sieg des Lichtes und der Helligkeit über die Finsternis und das Böse. Traditionell wird das Fest zwischen dem 14. Tag der dunklen Hälfte des Monats Aashwayuja - zwischen Oktober und November - und dem zweiten Tag der hellen Hälfte des Monats Kaartik gefeiert und kann bis zu fünf Tage andauern, wobei Deepavali auf den dritten Tag fällt.
Legenden und Mythen - Der Sieg über das Böse
Der Tag des Lichtes wird in den vielen Gegenden Indiens sehr unterschiedlich gefeiert, mit vielfältigen Bräuchen und Mythologien. So geht der Ursprung des Deepavali Festes auf zwei Legenden zurück.
Im Norden Indiens erzählt man sich die Geschichte von König Rama, der von seinem Vater Dashratha, König von Ayodhya, ins Exil geschickt werden musste. So lebte Rama zusammen mit seiner Frau Sita und seinem jüngeren Bruder Lakshmana 14 Jahre im Dschungel Indiens. Im Exil wurde seine Frau Sita von dem Damönenkönig Ravanta entführt und in sein Königreich Lanka, dem heutigen Sri Lanka, verschleppt. Zusammen mit seinem Bruder und dem Affenkönig Hanuman retten sie Sita. Als Rama, seine Frau und sein Bruder nach 14 Jahren wieder in das Königreich Ayodhya zurückkehren, werden sie gebührend empfangen und die Einwohner hätten angeblich entlang der Straße Lampen aufgestellt, um Licht in die Dunkelheit zu bringen. Die Herrschaft von König Rama gilt als eine Ära von Frieden und Wohlstand.
Im Süden Indiens geht Deepavali auf die Legende des Dämons Narakasura und Lord Sri Krishna zurück. Während der Schreckensherrschaft des Dämons Narakasura, der das Königreich Pradyoshapuram regierte, litten die Einwohner unter großen Qualen. Bestürzt von diesen Zuständen, zerstörte Lord Sri Krishna den Dämon und sein Königreich. Mit diesem Ereignis feiern die Hindus den Sieg des Guten über das Böse.
Deepavali in Singapur
In Singapur vereinen sich die Bräuche und Traditionen, in dem jeder das Fest auf seine eigene Art feiert - der eine mehr, der andere weniger traditionell.
Daniel beispielsweise feiert Deepavali weniger traditionell und ohne Bräuche. Für ihn ist Deepavali ein Wiedersehen mit Freunden und der Genuß von gutem Essen.
Anuva hingegen erzählt, dass sie dieses Fest noch sehr traditionell feiert. Für sie fängt das Deepavalifest schon einige Tage vorher an. Zusammen mit ihrer Mutter säubert und dekoriert sie die Wohnung, um den Gott für Wohlstand - Lakshmi - in ihrem Haus zu begrüßen. Am Abend vor Deepavali widmet sie sich ganz dem Kochen und Backen von leckeren, hauptsächlich süßen Speisen und Gebäck.
Am Tag des Deepavali kommt Anuva mit ihrer Familie schon sehr früh am morgen zusammen, um ein Ölbad zu nehmen. Vor dem Bad tröpfelt ihr Vater Anuva und dem Rest der Familie einen Tropfen Sesamöl auf den Kopf. Dies ist ein Ausdruck von Erneuerung, da Deepavali auch für eine neue Zeit steht. Danach ziehen sie ihre neuen Kleider an. Die Frauen geben sich besonders Mühe, tragen bunte Saris und schmücken sich mit Gold und ihr Haar mit Blumenketten. Nach dem Gang zu einem der hinduistischen Tempel in Little India kommen alle Verwandten und Bekannten von Anuva zusammen, um das Fest gemeinsam zu feiern. Am Abend zündet sie zusammen mit ihrer Familie die Öllampen an - kleine Tonschalen gefüllt mit Öl - und reihen diese auf, um das Gute ins Haus zu holen.
Ein Besuch von Little India ist also im Oktober unabdingbar, da sich das indische Viertel in dieser Zeit von seiner wohl buntesten und schönsten Seite zeigt.
Annkatrin Zink
Fotos: Nita Shinde, die uns Einblick in ihr privates Fotoalbum gewährte.
Die German Association bietet am Samstag, 3. Oktober, und am Dienstag, 6. Oktober, jeweils um 9:00 Uhr zu Deepavali zwei Touren mit Claudia Klaver durch Little India an.






