Impulse Singapur

Juli-August 2010

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

diesmal wende ich mich an diejenigen, die neu in Singapur sind, die erst seit ein paar Tagen oder Wochen hier leben, die wahrscheinlich zum größten Teil aus Europa hier an den Äquator gezogen sind. Ich heiße Sie in der Löwenstadt ganz herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen wunderbaren Aufenthalt hier und viel Neugier und Offenheit für die spannende, herausfordernde Zeit, die vor Ihnen liegt.

Die neue berufliche Aufgabe wird dabei wohl die geringste Herausforderung sein. Sicher, es gibt sehr viel Neues, auch neue Verantwortungen und viele, viele Reisen. Dennoch, seien wir ehrlich, Singapur und Südostasien sind eine Boomregion und nirgends lässt es sich leichter erfolgreich arbeiten als in Wachstumsmärkten.

Nein, die Herausforderung wird die Stadt selber sein. Ihr Wachstumshunger, ihr ständiger Wandel, ihr unstillbarer Eifer, in möglichst vielen Bereichen Weltspitze zu sein. Die vielen Kräne, die zahlreichen Baustellen legen davon ein sichtbares Zeugnis ab. Da machen Altbauten neuen Villen Platz. Da verschwindet über Nacht der Lieblingsstand am Hawker. Da zieht der verschlafene, aber gemütliche Elektroladen aus dem Einkaufzentrum aus und wird von einem schicken Laden für Innenausstattung ersetzt. In Singapur leben, heißt: Immer auf dem Sprung zu sein, immer bereit für Neues, Moderneres (und Teureres) zu sein.

Dennoch, es gibt hier auch andere Ecken. Ruhige Straßen mit »normalen« Häusern, kruschige Gemischtwarenhändler und Verkäuferinnen auf dem Wet Market, die einen schon von weitem erkennen und sogleich alles herrichten, was man üblicherweise kauft. Es gibt auch den Handwerker, der sich freut, alte Möbel herrichten zu dürfen statt nur neue zu verkaufen. Diese Seite Singapurs finden Sie aber nicht in den glitzernden, klimatisierten Konsumtempeln der Stadt. Um diese Seite zu entdecken, müssen Sie die »Trampelpfade« verlassen und neugierig sein.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie allzeit diese Offenheit und Neugierde verspüren und ihr auch folgen. Denn erst dann werden Sie Singapur in all seiner Vielfalt erleben.

Ihr,
Jörg Eschenfelder

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