Impulse Singapur

Juni 2010

Liebe Leserinnen,
Liene Leser,

es ist wieder soweit: Der Juni ist da und damit das Ende des ersten Halbjahres in Singapur. Ende des Monats beginnen an der Deutschen Europäischen sowie an der Schweizer Schule die Sommerferien. Das heißt für die meisten wieder: Koffer packen und spätestens im Juli raus aus Singapur. Die Mehrheit reist zum Urlaub in die Heimat. Die anderen nutzen die Chance, um Asien zu erkunden oder sie ziehen (mal wieder) um. Sei es zurück nach Deutschland oder in eine neue Fremde.

So ist der Juni geprägt von zahlreichen Abschiedsfeiern, die hier schwerer wiegen als in der Heimat. In good old Europe feiern wir das Ende eines Schuljahres in dem Wissen, dass man sich normalerweise nach den Ferien wieder sieht, dass die Kinder, sofern sie nicht die Schule wechseln, wieder gemeinsam spielen und lernen werden, dass die Sportmannschaft im Großen und Ganzen die gleiche sein wird. Die Sommerferien sind dort nicht mehr als eine Auszeit vom Alltag in dem Bewusstsein und der Sicherheit, nach dem Urlaub zum Bekannten und Bewährten zurückzukommen.

Hier sind alle Abschiede tiefer und mit Unsicherheit behaftet. Sicher, man kann heute leicht in Kontakt bleiben. Doch wer schafft das schon mit allen guten Bekannten und Freunden? Dafür ist der Alltag oftmals zu hektisch, die Eindrücke auf beiden Seiten zu vielfältig – und schnell verliert man sich nicht nur aus den Augen. Schade, eigentlich.

Es ist halt doch auch ein gutes Stück Arbeit, die Bekannt- und Freundschaften über Kontinente hinweg zu pflegen und zu erhalten, trotz (oder gerade) wegen E-Mail, Skype, Facebook, Twitter und Konsorten.
Ich wünsche allen, die im Sommer Singapur verlassen, allen, die in Singapur verbleiben, und allen, die jetzt voneinander Abschied nehmen, dass Sie die Zeit und Energie finden, ihr »Wir bleiben in Kontakt« auch wirklich einhalten können.

Ihr,
Jörg Eschenfelder

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