Impulse Singapur

Februar 2009

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

2009 kann jetzt endlich Fahrt aufnehmen. Das neue Jahr hat nach der gregorianischen Zeitrechnung für uns ja schon am 1. Januar begonnen. Doch für unsere chinesischen Gastgeber waren der Mondkalender und der Eintritt in das Jahr des Ochsen Ende Januar ausschlaggebend. Auch dieses farbenfrohe Ereignis wurde inzwischen gebührend gefeiert und das „normale“ Leben kann wieder beginnen.


Angesichts der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise gehen viele verunsichert in das neue Jahr. Zum einen, weil sie nicht wissen, wie es geschäftlich und beruflich weiter geht. Zum anderen, weil einige Grundüberzeugungen in Frage gestellt werden: Regelt der Markt wirklich alles? Ist privat immer vorteilhafter? Ist mehr Rendite ein Ziel an sich? Ist
Shareholder-Value wirklich ein Wert?


Verglichen mit dem Leben der meisten Menschen in Südost-Asien sind das jedoch Luxus-Sorgen. Ich war über die Jahreswende mit meiner Familie auf Kurzurlaub in Kambodscha. Abseits der Hotel-Lobbies, der Restaurants und der klimatisierten Kleinbusse zeigten sich existenzielles Elend und Armut. Bettelnde Kinder; Frauen und Männer, die verzweifelt
versuchen, Raubkopien von Reiseführern zu verkaufen; Familien, die im Schatten des Tourismus in Bretterbuden hausen und in einem Zimmer auf Bambusmatten nächtigen. Ein US-Dollar kann da für einen Tag das Überleben sichern.


Bei all unseren täglichen Sorgen sollten wir eines nicht vergessen: Wir leben hier in Singapur als Expats – meist zu komfortablen Bedingungen. Und: Das Leben hat nicht nur Schattenseiten. Gerade für uns Europäer bieten Singapur und die Region manches, was unsere Aufmerksamkeit und Neugierde weckt. So Anfang Februar wieder das berühmte und einzigartige, unblutige „Fest der Leiden“: Thaipusam (ab Seite 8). Daneben gibt es diesen Monat wieder viel Sehenswertes. Wir stellen drei Ausstellungen exemplarisch vor (ab Seite 11). Und natürlich lädt Singapur weiterhin zum Reisen in die Region ein. Diesmal haben wir zwei Reise-Erfahrungen aus Vietnam: einen Photo- Essay aus Hanoi und eine Kurzgeschichte, die an einer Kreuzung in Ho- Chi-Minh-City (Saigon) spielt (ab Seite 18).
Lassen Sie sich überraschen. Viel Spaß beim Lesen und Betrachten
unserer neuesten Ausgabe.


Ihr,
Jörg Eschenfelder
Editor

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